Häufig gestellte Fragen zur zoologischen Präparation
- - Knochenpräparation mit Speckkäfern, was ist das?
- Wann wird diese Methode eingesetzt?
- Woher stammen die Tiere?
- Artenschutz
- Wie gebe ich mein Tier zur Präparation ab, in welchem Zustand muß das Tier sein?
- Wer hat Interesse an Tierskeletten?
- Herstellung von Ganztierpräparaten (Dermoplastiken), machen sie das auch?
Knochenpräparation mit Speckkäfern, was ist das?
Mit Hilfe von Speckkäferlarven werden kleinste Schädel und Skelette skelettiert. Diese Methode hat gegenüber den bei größeren Skeletten verwendeten Methoden den Vorteil, das Bänder und Sehnen erhalten bleiben und das Skelett weitgehend im Verband bleibt. Das so entstandene Bänderskelett ist von hoher wissenschaftlicher Aussagekraft, da hier die Knochen nicht aus der natürlichen Position gelöst wurden.
Wann wird diese Methode eingesetzt?
Die Arbeit mit Speckkäfern eignet sich für die Skelettierung von Tieren bis zu einer Größe von Eichhörnchen und erlaubt auch feinste Schädel und Skelette zu entfleischen, die mit anderen Methoden nicht herzustellen sind. So sind auch feinste Knochen, wie z.B. die Skleralringe (Augenringe) von Vögeln und Reptilien zu erhalten, verknöcherte Luftröhren, Zungenbeine etc. Ergänzend zu anderen Mazerationsmethoden (Mazeration = Entfleischung) z.B. mit Enzymen, die bei größeren Tieren angewandt wird, ermöglicht die Speckkäferpräparation beeindruckende Ergebnisse bei denen ein Zusammenhalt der Knochen gewünscht wird z.B. Luftröhren oder Skleralringe von größeren Vögeln oder Reptilien Die Speckkäferpräparation ermöglicht auch Knochen sehr junger Tiere freizulegen, deren Skelett noch einen hohen Knorpelanteil aufweist, weil Knorpel nur ungern von den Insekten gefressen wird.
Woher stammen die Tiere?
Die Präparate stammen von Zuchttieren, Zootieren oder Todfunden.
Es werden keine bedrohten Arten aus der Natur entnommen. Wir sind berechtigt Todfunde besonders geschützter Arten unter Berücksichtigung der geltenden Artenschutzabkommen anzunehmen und für Forschung und Lehre zu präparieren. Bei Lieferung eigener toter Tiere ist ein Herkunftsnachweis obligatorisch.
Durch Unfall verstorbene Tiere haben meistens Knochenbrüche, die jedoch von uns restauriert werden und so kein preislicher Minderungsgrund des Skeletts oder des Schädels ausmachen.
Wir bieten Ihnen die Knochenpräparation mit Speckkäfern und die Montage Ihres Tierskeletts an, auf Wunsch auch mit passender Vitrine.
Artenschutz
ACHTUNG ARTENSCHUTZ!
Die Präparate stammen von Zuchttieren, Zootieren oder Todfunden. Es werden keine bedrohten Arten für die Präparation aus der Natur entnommen.
Besonders geschützte Tiere werden in Übereinstimmung mit den geltenden artenschutzrechtlichen Vorschriften (Bundesnaturschutzgesetz, Bundesartenschutzverordnung) angenommen und mit Registriernummer bzw. EU-Bescheinigung (Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen) abgegeben. Sofern entsprechende Zuchtnachweise vorliegen, beliefern und arbeiten wir auch für Privatkunden.
Für die Präparation streng geschützter Arten ist eine Ausnahmegenehmigung zur Präparation der zuständigen Behörde erforderlich, die nur zum Zweck von Forschung und Lehre erteilt wird.
Wenn Sie sich darüber informieren möchten, welchen Schutzstatus das jeweilige Tier hat informieren Sie sich bitte hier.
Wie gebe ich mein Tier zur Präparation ab, in welchem Zustand muß das Tier sein?
Tiere die von Speckkäfern entfleischt werden sollen, dürfen nicht vergiftet worden sein, z.B. Ratten und Mäuse, die durch Rattengift gestorben sind, eignen sich nicht, weil das Gift auch tödlich für die Käfer ist. Das zu präparierende Tier sollte möglichst frisch sein und wenige Verletzungen haben, denn Knochenbrüche sind bei sehr kleinen Tieren nur schwer zu restaurieren, außerdem nehmen die Knochen leicht Verfärbungen z.B. durch Blut an.
Sie können das Tier bei uns nach vorheriger Absprache abgegeben oder zu uns schicken.
* Dazu sollte das Tier in einem handelsüblichen Tiefkühlbeutel tiefgefroren werden. Zusätzliche Isolierungsmaterialien, wie z.B. Zeitungspapier oder Verpackungschips können dann um den Beutel gepackt werden.
* Bitte beachten sie die Versandzeiten der Post und verschicken sie keine Sendungen über das Wochenende. Bei einzelnen und kleinen Tieren ist vor allem in den Sommermonaten ein Express Versand nötig.
* Vergessen Sie nicht Ihren Absender und legen sie folgende Informationen zum Tier dazu:
o Art (falls bekannt)
o Fundort und Funddatum
o Name und Adresse des Finders (falls abweichend vom Absender)
o Todesumstände
o ggf. Zuchtnachweis oder Kopie der artenschutzrechtlich zum Besitz berechtigenden Dokumente
Bei streng geschützten Arten: Kopie der Ausnahmegenehmigung zur Präparation (zu beantragen bei der zuständigen Landes- oder Kreisbehörde)
Wir behalten uns vor, Tiere nicht anzunehmen und auf Kosten des Absenders zurückzuschicken, wenn artenschutzrechtliche Bedenken bestehen oder das Tier nicht geeignet ist.
Wer hat Interesse an Tierskeletten?
Wir arbeiten vor allem für Museen, Institute, Naturschutzorganisationen und Schulen, die mit unterschiedlichen Schwerpunkten unsere Arbeiten für Forschung und Lehre einsetzten. Es gibt aber auch durchaus Privatpersonen, meist Züchter oder Tierhalter, die selbst Interesse an der Anatomie der Tiere haben, die von uns gerne unter Berücksichtigung der Artenschutzabkommen bedient werden.
Herstellung von Ganztierpräparaten (Dermoplastiken), machen sie das auch?
Wir stellen keine Ganztierpräparate her, allerdings arbeiten wir mit verschiedenen zoologischen Präparatoren zusammen, die sich auf verschiedene Tiergruppen spezialisiert haben. Wir stellen gerne den Kontakt zu den Kollegen her.
Zudem können Sie sich informieren in Deutschland auf der Homepage des Verbands Deutscher Präparatoren e.V. oder in der Schweiz Verband Naturwissenschaftlicher Präparatorinnen und Präparatoren der Schweiz. Die Mitglieder dieser Verbände verfügen über eine anerkannte Ausbildung und haben die Möglichkeit sich regelmäßig fortzubilden. Hier sollten Sie einen professionellen Präparator mit ausreichender Erfahrung finden.
